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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

habe ich nicht mehr wie 25 000 Mark verloren. Ich hätte mich für das Geld, was mir meine Mutter gegeben hat, tausendmal besser amüsieren können, wenn ich nicht gespielt hätte. – Oberstaatsanwalt: Das mag sein. Sie sprachen vorhin von „Dr. Kornblum und den anderen Juden“. Wen meinten Sie damit? – Angekl.: Herrn Stern, Herrn Konsul Moos, Herrn Tonn, einen Herrn Meyer. – Oberstaatsanwalt: Haben Sie denn Einwendungen gegen die Ehrenhaftigkeit dieser Herren zu machen? – Angekl.: Nein, sie haben nur immer die Gelder sehr rigoros eingetrieben. – Seitens des Oberstaatsanwalts wurde klargelegt, daß die Anklagebehörde sich alle Mühe gegeben hat, des Zeugen Dr. Kornblum habhaft zu werden, aber leider erfolglos. Der Staatsanwalt teilte dabei die verschiedenen Schritte mit, die zwecks Ermittelung des Zeugen Dr. Kornblum unternommen worden seien. Justizrat Dr. Sello stellte fest, daß hiernach Dr. Kornblum schon außerhalb Deutschlands sich befunden habe, als er noch sehr stark Angeschuldigter war. – Rechtsanwalt Dr. Schwindt behielt sich die Ladung des Adjutanten des Generalkommandos des Gardekorps vor, um zu beweisen, daß sein Klient v. Kröcher seinerzeit freiwillig aus dem aktiven Dienst geschieden sei. – Hierauf wurde der Angeklagte v. Kröcher vernommen. Auf Befragen des Vorsitzenden gab der Angeklagte an: Er sei der Sohn des Generalmajors v. K. Er war Leutnant im zweiten Garde-Feldartillerieregiment. Mit einundzwanzig Jahren habe er aus Gesundheitsrücksichten seinen Abschied genommen und beabsichtigt, das Abiturientenexamen zu machen und zu studieren. Diese Absicht sei durch schwere Erkrankung vereitelt worden. Als er wieder gesund geworden, habe sein Vater, dem bekannt war, daß er zwar leichtsinnig sei, aber einen soliden Kern besitze, ihm 90 000 Mark zur Verfügung gestellt, zur Beteiligung an der Holzhandlung von Otto Kleinschmidt. Diese 90 000 Mark seien eigenes Vermögen seines Vaters gewesen. Vors.: Sie sollen beim Spiel viel gewonnen haben?

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 256. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/260&oldid=- (Version vom 25.12.2024)