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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

Gesundheitsrücksichten. – Vors.: Sie waren auch in Paris. – Angekl.: Ich bin nach Paris gefahren, weil ich die Absicht hatte, mich an der Ausbeutung eines Patentes zu beteiligen. – Vors.: Wenn Sie immer behaupten, daß Ihr Vater Ihnen in Notfällen sicher beigesprungen wäre, so würde Ihr Herr Vater doch schließlich nicht seine Aussage verweigert haben. Das ist doch immer etwas bedenklich. – Angekl.: Doch nicht. Mein Vater ist ein alter aktiver General, dem es natürlich höchst unangenehm wäre, hier in einem Spielerprozesse als Zeuge auftreten zu müssen. Er steht außerdem augenblicklich vor dem Avancement; alle diese Gründe haben mich und meinen Verteidiger bisher veranlaßt, meinen Vater nicht in diese Affäre hineinzuziehen. Aber, wenn mein Vater sehen wird, daß es vielleicht auf seine Aussage besonders ankommt, wird er sicher sich der Pflicht, vor Gericht zu erscheinen, nicht entziehen. Zu meinem Bedauern würde ich event. darauf zurückkommen müssen. – Vors.: Ihr Vater könnte doch hier ebensogut erscheinen wie die anderen Offiziere auch. – Angekl.: Nein, doch nicht; es ist etwas anderes, ob hier junge Spieler auftreten oder ein alter ergrauter General. – Vors.: Sie sollen einen Kammerdiener namens Meyer gehabt haben und diesen mit der ganzen Zulage, die Sie erhielten, bezahlt haben? – Angekl.: Für mich spielte die Zulage keine Rolle, weil ich damals große Renngewinne hatte. – Vors.: Meyer behauptet, Sie hätten auf Ihren Reisen oft eine Roulette und Karten mitgenommen. – Angekl.: Das bestreite ich ganz entschieden. – Vors.: Sie sollen sie in Ihrem Koffer gehabt haben? – Angekl.: Nein. In Aachen hatte der Leutnant a. D. von Schrader eine Roulette mit und brachte sie mir in mein Hotelzimmer, weil er mir ein System zeigen wollte, mit dem man die Bank von Ostende sprengen könnte. (Heiterkeit.) Herr v. Schrader ging nach Ostende und ließ die Roulette in meinem Zimmer; er hat dann in Ostende so toll gespielt, daß er sich schließlich vergiften mußte. Ich habe die Roulette

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 258. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/262&oldid=- (Version vom 25.12.2024)