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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

im Hotel „Zum großen Monarch“ zurückgelassen. – Vors.: Sie hatten ein Verhältnis mit der Sängerin Lona Kussinger? – Angekl.: Jawohl, drei Wochen lang. – {{SperrSchrift|Vors.: Hat Sie die Dame viel gekostet? – Angekl.: Nein, nur ab und zu kleinere Geschenke. – Vors.: Solche Damen verlangen doch viel Schmuck und Goldsachen, sonst ist es bald mit der Liebe aus. – Angekl.: Die ganze Geschichte hat ja auch nur drei Wochen gedauert. (Heiterkeit.) – Vors.: Das ist schon lange genug. Übrigens sagen alle Zeugen, die Sie kennen, daß Sie mit 30 000 Mark kaum Ihren fürstlichen Aufwand bestreiten konnten. – Angekl.: Diese Zeugen haben ein sehr schlechtes Urteil. Ich lebte doch mit ihnen genau so wie ich selber, und sie werden doch nicht behaupten wollen, daß sie auch jährlich 30 000 Mark ausgeben. Nur in Monte Carlo habe ich größeren Aufwand getrieben. Wenn man da den ganzen Tag in dieser Spielhölle sitzt, weiß man abends nicht recht, was man tut. – Vors.: Wie haben Sie nun Wolff kennen gelernt? – Angekl.: In Aachen, im Hotel „Zum großen Monarch“. Dort saß er mit Schrader. Er wurde mir erst als Amerikaner bezeichnet, der reich sei. Da er mit Schrader verkehrte, mußte ich annehmen, daß er ein Gentlemen sei. Er machte den Eindruck eines reservierten, sehr wohlerzogenen Menschen. – Vors.: Wolff mag sich ja etwas herausgemacht haben, ich habe ihn früher verurteilt und kenne ihn ganz genau, aber er macht doch einen recht bedenklichen Eindruck gleich auf den ersten Blick. – Angekl.: Auf mich machte er nicht den Eindruck der Talmieleganz. Mir war Wolff viel sympathischer als Kornblum und viele andere Spieler. – Vors.: Hat sich Wolff sehr an Sie herangedrängt? – Angekl.: Nein, im Gegenteil, er verhielt sich sehr zurückhaltend; ich habe ihn zum Spielen animieren müssen. Aber ich will für mich keine große Erfahrung in Anspruch nehmen. Ich war damals kaum 20 Jahre alt. – Vors.: In Aachen spielten Sie nach kurzer Zeit Bakkarat. – Angekl.: Ja, es entwickelte sich bald ein kleines Jeu mit

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 259. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/263&oldid=- (Version vom 29.3.2025)