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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

„Berliner Tageblattes“ und des Herrn Kornblum, der die erlogenen Artikel veröffentlicht hat. – Vors.: Angeklagter, hüten Sie sich, daß Sie sich nicht noch eine Beleidigungsklage zuziehen. Sie wissen doch, was es heißt, wenn man jemanden der Lüge zeiht. Sagen Sie lieber „Unwahrheit“. – Angekl.: Ich kenne den Unterschied sehr genau und bleibe dabei, daß es sich um total erlogene Geschichten handelt, um bewußte Unwahrheiten. – Vors.: Ich kann Ihnen nur den Rat geben, sich zu mäßigen. Sie sollen, was ja auch auffällig ist, in Wiesbaden dem Stud. v. Schrader, der doch gar nicht Geld zum Spielen bei sich hatte, sofort 1500 Mark vorgeschossen haben, die Sie ihm natürlich sofort wieder abnahmen. – Angekl.: Es ist doch nichts Auffälliges, daß man einem Spieler, der kein Geld bei sich hat, aushilft. – Auf weitere Fragen des Vorsitzenden erklärte der Angeklagte v. Kröcher, daß er allerdings gar keinen Anstand genommen habe, den alten Wolff, den er in Berlin traf und den er als einen guten „Schießer“, d. h. Spieler kannte, bei Hecht und bei Albrecht einzuführen. Der alte Herr sei durchaus nobel aufgetreten, habe sich immer nett gezeigt und sei nicht verdächtig gewesen. Er bestreite aber entschieden, daß er mit Herrn v. Kayser und Herrn Wolff immer zusammengehockt habe. Wenn das Dienstmädchen des v. Schachtmeyer dies behauptet, so erklärt sich dies dadurch, daß die drei natürlich nach dem Erscheinen des Artikels im „Tageblatt“ darüber berieten, was dagegen zu tun sei. Auf eine ganze Reihe von Kreuz- und Querfragen des Oberstaatsanwalts erklärte Angeklagter v. Kröcher, daß er früher als sehr solide und sparsam gegolten habe; erst als er die großen Renngewinne gemacht, habe er sich natürlich nicht besonnen, das viele Geld auch auszugeben. Die Behauptung, daß er 200 000 Mark im Spiel gewonnen habe, sei absolut aus der Luft gegriffen. Er habe im Laufe des Jahres höchstens ein Plus von 10 000 Mark gehabt. – Der Angeklagte v. Schachtmeyer, der alsdann vernommen wurde,

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 261. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/265&oldid=- (Version vom 6.4.2025)