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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

Mit Herrn Wolff bin ich nicht in andere Berührung gekommen, wie die übrigen Spieler, er wurde mir „im Ramsch“ einmal vorgestellt, ich habe aber außerhalb des Spielzimmers niemals mit ihm verkehrt. Eine besondere Formalität hat bei der Begründung des neuen Klubs nicht stattgefunden. Die Statuten, die ich gewissermaßen aus Spielerei angefertigt hatte, sind niemals praktisch in Anwendung gekommen. In allen Spielkreisen ist es Mode, daß jeder Spieler etwas in die „Pinke“ zahlen muß. So ist es auch bei diesem Klub gewesen. Wer 100 Mark Eintritt bezahlt hatte, mußte bei Beginn der Spielabende 10 Mark in die „Pinke“ zahlen, wer keinen Eintritt bezahlt hatte, 30 Mark, doch durfte dies nur zweimal geschehen. – Vors.: Sie sollen aber dem Wolff besondere Erleichterungen gewährt und ihn ohne Bezahlung des Eintrittsgeldes zugelassen haben? – Angekl. v. Kayser: Das bestreite ich. – Angekl. v. Kröcher: Herr Wolff hatte beim Eröffnungsdiner die Bank gehalten und uns die Hälfte des Ertrages überwiesen. – Vors.: Das ist doch gerade auffallend. – Angekl. v. Kayser: Niemand der Beteiligten, selbst nicht Herr v. Gali, der der eifrigste Spieler in ganz Europa ist, hat dies auffallend gefunden, nur dem Kriminalkommissar v. Manteuffel war dies vorbehalten. Im übrigen war damals Graf Königsmarck der Träger des Klubs. – Vors.: Was wurde denn nun aus der „Pinke“ bezahlt? – Angekl.: Wir hatten doch allabendlich sehr große Ausgaben an Mieten und sonstigen Spesen, Sekt, Rotwein, Selterwasser usw. – Angekl. v. Kröcher: Es wurden abends immer ca. 20 Flaschen Sekt getrunken. – Angekl. v. Kayser (unterbrechend): O, viel mehr. Herr Baron Recum trank allein 5 Flaschen. – Im weiteren Verlaufe seiner Aussage behauptete v. Kayser, daß es nicht wahr sei, wenn die Anklage es so darstelle, als ob die Herren Graf Königsmarck, Graf Egloffstein und v. Kusserow gleich nach dem Eröffnungsdiner aus dem Klub wieder ausgeschieden seien. Graf Egloffstein sei der Kassierer des Klubs gewesen, und da sich

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 263. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/267&oldid=- (Version vom 7.4.2025)