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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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bezüglich einer Summe von 4000 Mark Unregelmäßigkeiten ergeben hatten, sei ihm gesagt worden, daß er sich vom Klub fern halten solle. v. Kusserow sei wegen anderer Dinge nach Amerika gegangen. – Sämtliche Angeklagte behaupteten im weiteren Verlauf entgegen der Anklage – daß sie als Bankhalter fast nie die Karten anders als „vom Block“ gezogen haben. Ferner behaupteten die Angeklagten übereinstimmend, daß die ganze Art der Einladungen zum Klub (an 500 Personen) auf Herrn Grafen Königsmarck zurückzuführen sei. – Vors.: Auffallend ist es, daß zu den Spielen Karten in Frankfurt bestellt wurden, und zwar auf Anraten Wolffs. – Angekl. v. Kröcher: Das ist in absolut unverdächtiger Weise geschehen; auch die Karten waren ganz unverdächtig. Freilich, nach den Theorien, die Herr v. Manteuffel vertritt, müßte jede Karte eine Bauernfängerkarte sein. – Vors.: Angeklagter v. Kayser, wer hat dem Klub den Namen gegeben? – Angekl.: Um einen Klub handelte es sich eigentlich gar nicht, und deshalb hat er auch nie einen Namen getragen. In den Vorverhandlungen hat Herr v. Zedlitz einmal aus Scherz den Namen der „Harmlosen“ gebraucht. Die Anwendung dieses Namens auf den Klub ist eine Erfindung des „Berliner Tageblattes“. – Vors.: Herr v. Zedlitz hat einmal einen kleinen Vers auf Sie gemacht, der immerhin interessant ist. Er lautete in seinen ersten Zeilen: „Ich bin der Herr v. Kayser – Man nennt mich den Verreiser – Von Frankfurt komm’ ich öfters her – Ich habe Schneid wie keiner mehr – Ich halte jeden Coup, juchhe – Als Pointeur und als Bankier. –Und wenn die Sache schief mal geht – Dann wird der Reiz dadurch erhöht; – Nur keine Angst, davon nach neune, – Ich komm’ doch wieder auf die Beine.“ (Allgemeine Heiterkeit.) – Angekl.: Das war ein Scherzvers, den ich selbst zu den Akten eingereicht habe, denn er war zu einer Zeit geschrieben, als ich gerade ganz bedeutende Spielverluste gehabt habe. – Der Angeklagte v. Kayser bestritt im weiteren
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/268&oldid=- (Version vom 7.4.2025)