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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

wisse aber nicht, daß v. K. dort viel gespielt habe. Er wisse auch, daß v. Kr. nach seiner Rückkehr nach Berlin das Verhältnis mit Frl. Lona Kussinger gehabt habe. v. Kr. habe mit dieser in der Friedrich-Wilhelm-Straße 6 eine aus 7–8 Piecen bestehende Wohnung gehabt, die nicht übermäßig üppig ausgestattet gewesen sei. Er wisse auch nichts von den angeblich kostbaren Geschenken, die v. K. dem Fräulein Kussinger gemacht haben soll. – Vors.: Sie haben es doch aber früher gesagt. – Zeuge: Nein, das habe ich nicht gesagt. Im Gegenteil, ich habe gefunden, daß Herr v. K. mit Fräulein Kussinger sehr einfach lebte. Wenigstens haben meine früheren Herren viel größere Summen für ihre Damen ausgegeben. (Heiterkeit.) Der Zeuge, der verneinte, Herrn Wolff gekannt zu haben, wurde auch darüber gefragt, ob ihm bekannt sei, unter welchen Umständen und aus welchem Grunde der Klubdiener Montagli ebenso schnell aus Berlin verschwunden sei, wie Wolff. Zeuge: Er wisse nur, daß Montagli Reisegeld erhalten habe, um in seine Heimat zu reisen. – Angeklagter v. Kayser: Montagli war nach dem Erscheinen des ersten Artikels brotlos geworden und wandte sich an die Vorstandsmitglieder mit der Frage, was nun nach dem Auffliegen des Klubs mit ihm werden sollte. Er habe Aussicht gehabt, Maitre eines der ersten Hotels in Genua zu werden und habe ein ziemlich hohes Abstandsgeld beansprucht. Bewilligt seien ihm schließlich 650 M., wovon 550 M. für von ihm gemachte Auslagen entfielen und 80 bis 100 M. eine Abfindung darstellten. Montagli sei danach mehrere Tage in Berlin gewesen und nicht verschwunden, sondern ganz langsam von Berlin nach seinem neuen Bestimmungsort Genua abgereist. Wie würde denn ein Kellner, der da weiß, daß die Herren – wie die Anklage fälschlich behaupte – 100 000 Mark im Spiele gewonnen haben, sich mit 80 M. begnügen? – Oberstaatsanwalt: Warum sind denn die Quittungen des Montagli vernichtet worden? – Angeklagter v. Schachtmeyer: Er

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 275. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/279&oldid=- (Version vom 13.5.2025)