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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

habe sie nach Auflösung des Klubs mit vielen anderen Rechnungen verbrannt. – Angekl. v. Kayser: Es sei falsch, daß Herr Montagli schon am 19. Dezember abgereist sei und es sei ebenso falsch, daß er dem Montagli Geld zur Flucht gegeben habe. Montagli habe sich eben aus Berlin entfernt, das habe Herr Kornblum doch auch getan. Auf seine Veranlassung und mit Unterstützung seiner Mutter habe seinerzeit Herr R.-A. Dr. Schachtel eine Reise nach Genua unternommen; Dr. Schachtel habe dort Montagli selbstverständlich angetroffen und versucht, ihn zur Stelle zu schaffen. Er habe eine eidesstattliche Versicherung des Montagli erhalten und es sei unbegreiflich, daß Montagli nicht als Zeuge vernommen sei. – Dr. Schachtel bestätigte diese Mitteilung. Er habe seinerzeit den Untersuchungsrichter benachrichtigt, daß Montagli nicht verschwunden, sondern in Genua weile und bereit sei, Zeugnis abzulegen. Der Untersuchungsrichter habe hiervon aber keinerlei Gebrauch gemacht. Unter diesen Umständen würde es eine Verletzung der strafprozessualen Gepflogenheiten sein, wenn der Staatsanwalt nicht auf alles, was Montagli betrifft, Verzicht leisten wollte. – Über die Frage, ob Montagli, der sich jetzt in Paris befinden soll, als Zeuge zu laden sei, entspann sich eine längere Erörterung zwischen dem Oberstaatsanwalt und den Verteidigern. v. Kayser erklärte sehr lebhaft, daß er das dringendste Interesse an der Vernehmung des Montagli habe, denn er müsse beweisen können, daß die Behauptung unwahr sei, wonach er den Montagli mit Geld versehen und aus Berlin spediert habe. – Oberstaatsanwalt: Wie viel Gehalt hatte der Zeuge Mayer bei Herrn v. Kröcher? – Zeuge: 125 M. monatlich und 90 M. für Verpflegung. – Oberstaatsanwalt: Auf Grund welcher Zeugnisse sind Sie durch den Angeklagten v. Kröcher engagiert worden? – Zeuge: Ich war zuletzt bei dem Markgrafen Alfons Pallavicini in Wien Kammerdiener und bin vordem mit verschiedenen vornehmen Herren

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 276. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/280&oldid=- (Version vom 14.5.2025)