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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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eingegangenes Telegramm des Generalmajors v. Kröcher, des Vaters des Angeklagten v. K., mit, in welchem dieser erklärte, daß (bezüglich der von ihm angeblich bekundeten Überzeugung, sein Sohn sei ein gewerbsmäßiger Glücksspieler) natürlich ein Mißverständnis vorliege. Generalmajor v. Kröcher erklärte sich zur Zeugenaussage bereit. – Zeuge v. Kardorff: Er war etwa sieben- bis achtmal in der Spielgesellschaft. Nach seiner Meinung wußte „jeder Mensch“, daß im Viktoriahotel gespielt wurde, er sei daher nicht etwa dorthin „geschleppt“ worden. Es wurde meist bacc tournante gespielt. Er sei auch dreimal in der Gesellschaft des Zentralhotels gewesen. Die Einladung zum Eröffnungsdiner sei nur vom Grafen Egloffstein unterschrieben gewesen, er habe aber nicht daran teilgenommen, „denn zu einem Diner, zu dem Graf Egloffstein einladet, geht man nicht“. – Vors.: So, so, das ist mir interessant zu hören. Weshalb steht Graf v. Egloffstein in so schlechtem Rufe? – Zeuge: Nun, Egloffstein ist von den 10. Ulanen unter sehr fragwürdigen Umständen abgegangen. Ich habe Herrn v. Kayser gegenüber auch mein Erstaunen ausgedrückt, daß man Egloffstein die Einladungen habe unterzeichnen lassen. – Angekl. v. Kayser: Ich glaube, das hat mir der Zeuge erst nach dem Diner gesagt. – Zeuge v. Kardorff: Nein, ich glaube, es war schon vor dem Diner. – Vors.: Waren Sie auch bei Ph. Albrecht? – Zeuge: Jawohl, einmal bei Albrecht. Zwei- bis dreimal war ich bei Hecht. – Vors.: Kannten Sie Wolff? – Zeuge: Nein. – Vors.: Hat nicht v. Kayser mit einem alten Herrn in Ihrer Gegenwart die Bank zusammen gehalten? – Zeuge: Es wäre mir auffällig gewesen, wenn sich v. Kayser mit einem Manne wie Wolff zur Bank assoziiert hätte. – Vors.: War Herr v. Kayser Arrangeur der Spielabende im Viktoriahotel? – Zeuge: Nein. Im Viktoriahotel gab es keine Arrangeure. Man traf sich dort und war da. – Vors.: Herr v. Kayser soll an Sie einmal 1500 Mark verloren haben? – Zeuge: Ob verloren oder gepumpt,
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 290. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/294&oldid=- (Version vom 16.5.2025)