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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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wäre, in jenem Spielkreise Tricks auszuführen, die nicht gentleman-like waren. v. Kayser habe an ihn 700 Mark verloren, die er in Raten auch bezahlt habe. – Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Schwindt bestätigte der Zeuge, daß der Angeklagte v. Kröcher krankheitshalber Urlaub und dann seinen Abschied genommen hat. Es sei Herrn v. Kröcher zu Ehren auch das übliche Abschiedsdiner gegeben und das übliche Ehrengeschenk überreicht worden. Rechtskandidat v. Matzdorff, der etwa dreimal im Klub war, hatte dort im ganzen etwa 1000 Mark gewonnen. Er vermochte Nachteiliges über die Angeklagten nicht auszusagen. Er sei vom Klub ferngeblieben, weil ihm die Person des Leutnants a. D. v. Prillwitz unsympathisch war; dieser hatte keine weitere Beschäftigung, sondern lag nach seiner Meinung lediglich dem Spiel ob. – Justizrat Dr. Sello ließ den Zeugen bestätigen, daß auch er, ebenso wie die Angeklagten, seinen Spielergewinn nicht weggelegt, sondern ausgegeben habe. – Der nächste Zeuge war der 23 Jahre alte Leutnant Prinz Max Theodor von Thurn und Taxis. Er bekundete: Er habe bei Albrecht, im Zentralhotel usw. mehrmals an den Spielabenden teilgenommen und kenne alle drei Angeklagten. Es sei richtig, daß er von dem Angeklagten v. Kayser auch gewonnen habe. Daß die Angeklagten die Bank zusammen gehalten haben, sei ihm nicht erinnerlich. – Vors.: Durchlaucht sollen auch Herrn Wolff gekannt haben. – Zeuge: Jawohl. – Vors.: Haben Durchlaucht freundschaftlich mit diesem gestanden? – Zeuge: Nein. – Vors.: Es wird behauptet, daß Sie mit Wolff Arm in Arm gesehen worden seien. – Zeuge (nach einigem Besinnen): Das kann ich mir nicht denken. Ich habe Wolff außer im Zentralhotel vorher nie gesehen. – Angekl. v. Schachtmeyer: Ich habe Durchlaucht einmal auf dem Korridor des Zentralhotels Arm in Arm mit Wolff promenieren sehen und habe mich später daran erinnert, da ich mich wundern mußte, daß mir aus meinem Verkehr mit Wolff ein Vorwurf gemacht wurde. –
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 294. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/298&oldid=- (Version vom 17.5.2025)