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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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Angekl.: Ich nehme auch an, daß Sie dann nicht mit mir gesprochen haben würden. – Rechtsanwalt Dr. Schwindt ließ sich vom Prinzen bestätigen, daß v. Kröcher an jenem Abend bei Albrecht, als er angeblich selbst die Karten mitgebracht hatte, bedeutend im Verlust gewesen ist. – Angekl. v. Kröcher: Durchlaucht werden sich entsinnen, daß ich mich fast jedesmal tot kaufte. Sie gewannen 1600 Mark, Graf Pocci ein paar tausend, ich muß im ganzen 7000 Mark verloren haben. – Zeuge: Ich schätze Ihren Verlust auch so hoch. – Rechtsanwalt Dr. Pincus: Durchlaucht, würde es Ihnen aufgefallen sein, wenn v. Kayser und v. Kröcher zusammen die Bank gehalten hätten? – Zeuge: Keineswegs. v. Kayser: Durchlaucht bestätigen mir also, daß Wolff tadellose Manieren und das Auftreten eines Kavaliers hatte? – Zeuge: Gewiß, ich habe auch mehrfach Französisch mit ihm gesprochen und wahrgenommen, daß er ein elegantes Französisch sprach. – Zeuge Wüst aus Frankfurt a. M., von der Spielkartenfabrik Wüst u. Co. daselbst, bekundete, daß weder die Art der Bestellung der Karten für den Klub, noch die Herstellung dieser selbst, noch die Beschaffenheit der Rückseiten der Karten irgend etwas Bedenkliches oder Verdächtiges haben. Es seien die gewöhnlichen Karten, wie sie an die verschiedensten Klubs geliefert werden. Diese Klubkarten gebe es nicht an allen beliebigen Orten, denn sie seien besonderer Art, insbesondere handlicher wie die gewöhnlichen Karten. Die dem Klub der Harmlosen gelieferten Karten seien das allgemeine französische Modell, welches in Frankreich, im Elsaß und fast in allen Weltteilen gebraucht wird. – Rechtsanwalt Dr. Schachtel: Weiß der Zeuge irgend etwas davon, daß solchen Karten die Bezeichnung „Bauernfängerkarten“ beigelegt wird. – Zeuge: Das ist mir absolut unbekannt, ich wüßte auch keinen Grund zu einer solchen Bezeichnung. – v. Kayser wünschte vom Sachverständigen Graf Reventlow zu erfahren, ob ihm ein Wort davon bekannt sei, daß – wie in
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 296. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/300&oldid=- (Version vom 17.5.2025)