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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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ist es schon selbstverständlich, daß ich Sie eines Falschspiels für unfähig halte. – Rechtsanwalt Dr. Schwindt wünschte zu wissen, wie der Zeuge überhaupt als Zeuge vorgeschlagen werden konnte. – Hauptmann v. Unger: Zu meiner großen Verwunderung ist das durch Herrn v. Manteuffel geschehen. Herr v. Manteuffel hat zu meinem Befremden behauptet: ich habe bei Gelegenheit eines Liebesmahles ihm erzählt, daß v. Kröcher ein luxuriöses Leben geführt habe. Ich habe gar nicht daran gedacht. Ich bin meines Wissens nie in das Wohnzimmer Kröchers gekommen, jedenfalls kann ich positiv sagen, daß ich nichts davon weiß, ob er persische Teppiche und dergleichen gehabt hat, was ich angeblich soll bekunden können. Als ich Herrn v. Manteuffel darauf aufmerksam machte, behauptete dieser, ich hätte ihm noch viel mehr erzählt, und als ich ihm erwiderte, daß er sich irren müsse, sagte er, er irre sich selten. Daß er sich tatsächlich irrt, geht aus folgendem hervor: ich soll angeblich auch gesagt haben, daß v. Kröcher als mein Untergebener öfter zu spät in den Dienst gekommen ist. Nun ist aber v. Kröcher nie mein Untergebener gewesen! – Hierauf erschien als Zeuge Generalmajor Adolf v. Kröcher. In energischem Ton erklärte er auf Befragen des Vorsitzenden, daß er bereit sei, sich vernehmen zu lassen. – Vors.: Wir wünschen von Ihnen zunächst Auskunft über die 80 000 Mark. – Zeuge: Ich möchte einige Vorbemerkungen machen: Bisher hatte ich mich meines Zeugnisses enthalten, weil ich glaubte, dieser Punkt wäre der einzige, über den ich vernommen werden sollte, und daß dieser unwesentliche Punkt durch Belege sofort aufgeklärt werden könnte. Nun habe ich aber aus den Verhandlungen ersehen, daß ich durch Ablehnung meines Zeugnisses meinem Sohne schaden würde, mit dem ich in durchaus guten Beziehungen lebe, oder daß ich gar in den Verdacht komme, ihn selbst für einen gewerbsmäßigen Glücksspieler zu halten. So bin ich aus meiner Reserve herausgetreten und hierher geeilt. – Vors.: Herr
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 298. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/302&oldid=- (Version vom 17.5.2025)