Seite:Friedlaender-Interessante Kriminal-Prozesse-Band 7 (1912).djvu/305
| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
|
|
Sohn für fähig halten werde, gewerbsmäßiger Glücksspieler zu sein. – v. Manteuffel berief sich darauf, daß er seinerzeit sofort dem Untersuchungsrichter Herr Mitteilung von der Äußerung des Generals gemacht habe. – Generalmajor v. Kröcher bestritt nochmals mit großer Entschiedenheit, daß der Sinn seiner Worte der behauptete habe sein können. Übrigens habe er Herrn v. Manteuffel gegenüber nicht die Worte ängstlich auf die Wagschale gelegt, da er ja glaubte, daß die Interessen seines Sohnes bei Herrn v. Manteuffel in den besten Händen ruhten. – Der Vorsitzende hielt eine sofortige Vernehmung des Untersuchungsrichters, Landgerichtsrat Herr, für notwendig. Letzterer erklärte jedoch, daß er zunächst die Genehmigung des Landgerichtspräsidenten einholen müsse. – Auf Befragen des Rechtsanwalts Dr. Schwindt bestätigte General v. Kröcher, daß sein Sohn unbedingt auf ihn rechnen konnte und genau wußte, daß er sich in finanziellen Nöten auf ihn verlassen konnte. Ein „Versprechen“, nicht mehr zu spielen, habe er seinem Sohn nicht abgenommen, sondern ihm nur ernste Vorhaltungen gemacht und den väterlichen, dringenden Rat erteilt, vom Spielen abzulassen. – Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. Schwindt wurde die Mutter des Angeklagten v. Kröcher vernommen, die bestätigte, daß ihr Gatte bei der Heimkehr aus Berlin ihr die Szene mit Herrn v. Manteuffel genau so erzählt habe, wie dem Gericht. Sie gab auf Befragen zu, daß auch sie ihrem Sohne häufig kleine Unterstützungen zugewendet habe, wogegen dieser sich bei Geburtstagen durch kleine Geschenke, wie ein Paar Handschuhe, ein Brillenfutteral oder dergleichen revanchiert habe. – Kriminalkommissar v. Manteuffel wurde wieder in den Saal gerufen. Der Präsident fragte ihn, wann v. Kayser zuerst Aufschluß über die Vergangenheit Wolffs erhalten haben könne. – Der Zeuge erklärte: Er habe selbst mit v. Kayser über diesen Punkt gesprochen. v. Kayser habe erzählt, daß Kornblum nach dem Erscheinen des ersten
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 301. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/305&oldid=- (Version vom 18.5.2025)