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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

des Herrn v. Manteuffel, die Verhaftung des Herrn v. Kayser stattfinden und die Untersuchungshaft acht Monate andauern konnte? – v. Manteuffel: Ich bin für die Verhaftung nicht die verantwortliche Stelle. – Über die Frage, ob und wer verantwortlich für die Verhaftung v. Kaysers sei und weshalb die Verhaftung beschlossen worden sei, entspann sich eine sehr lebhafte Erörterung zwischen dem Oberstaatsanwalt, der Verteidigung und Herrn v. Manteuffel. Letzterer meinte, daß doch eine Reihe von Momenten vorlag, die die Verhaftung rechtfertigen konnten, beispielsweise, daß Papiere weggeschafft worden waren und Gefahr vorlag, daß der Tatbestand verdunkelt würde. – Der Oberstaatsanwalt lehnte es ab, über die Veranlassung zur Verhaftung, die auf inneren Gründen beruhe, nähere Auskunft zu geben. Die Verhaftung sei von den maßgebenden Instanzen als gerechtfertigt anerkannt worden. Das genüge. Er müsse auch hervorheben, daß vor der Verhaftung die eidliche Vernehmung des Grafen Königsmarck liege. – In sehr lebhafter Weise wünschte v. Kayser eine Aufklärung von Herrn v. Manteuffel, wie er zu der ungeheuerlichen Behauptung gekommen sei, daß er (Angekl.) in der Wohnung der Frau Frieda Voigt „Leute ausgenommen“ habe. Er wünsche eine ganz präzise Antwort. – Zeuge v. Manteuffel berief sich auf Gerüchte, die ihm zu Ohren gekommen seien. – v. Kayser: Kann der Zeuge einen Mann nennen, von dem er dies falsche Gerücht, welches belastend gegen mich verwertet wurde, erhalten hat? – v. Manteuffel: Ich glaube, daß ich vom Grafen Königsmarck so etwas gehört habe. – v. Kayser: Der königliche Kriminalkommissar v. Manteuffel hat zunächst den Vornamen „Frieda“ Voigt gar nicht gekannt, er hat erst geglaubt, es handle sich um ein Fräulein Tilly Voigt. – v. Manteuffel: Ich glaubte zuerst, daß es sich um ein Fräulein Tilly Voigt handelte, die mir noch aus meiner Leutnantszeit in der Erinnerung vorschwebte. – v. Kayser: Wann war die Leutnantszeit des Herrn v. Manteuffel?

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 312. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/316&oldid=- (Version vom 10.6.2025)