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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

bestritt dies ganz entschieden. Es sei nicht wahr, daß er Wolff als einen „reichen Franzosen“ vorgestellt und dem Zeugen v. Schrader erst Geld habe leihen müssen, damit er spielen konnte. – v. Schrader bekundete, daß das Spiel in keiner Weise Verdacht bei ihm erregt, sondern in ganz fairer Weise vor sich gegangen sei. – Die nächste Zeugin war die Schauspielerin Lona Kussinger, die seinerzeit vorübergehend im Zentraltheater engagiert war. Die 19jährige, schneidig gekleidete, hübsche Dame hatte den Angeklagten v. Kröcher in Berlin kennen gelernt. – Vors.: Wo war denn das? – Zeugin: Ich kann mich nicht darauf besinnen. – Vors.: War es in den Amorsälen oder Blumensälen oder solchen Orten? – Zeugin: Solche Orte besuche ich nicht. – Vors.: Oder war es in der American Bar? – Zeugin: Das weiß ich wirklich nicht. – Vors.: Sie haben ein Verhältnis mit Herrn v. Kröcher gehabt? – Zeugin: Ja, aber nur drei Wochen lang. – Vors.: Hat Herr v. Kröcher großen Aufwand für Sie gemacht? – Zeugin: O bewahre! – Vors.: Haben Sie nicht zusammen diniert und soupiert und viel Geld ausgegeben? – Zeugin: Nein, das hat nicht viel gekostet. Wir verkehrten gewöhnlich im Savoy-Hotel. – Vors.: Na, da pflegt man auch nicht Weißbier zu trinken. (Heiterkeit.) – Zeugin: Wir haben ja manchmal Sekt getrunken, zumeist aber Pilsener Bier und die Rechnung der Mahlzeiten war nicht sehr groß. – Die Zeugin bestritt des weiteren, daß v. Kröcher ihr kostbare Geschenke gemacht habe. Sie habe weder Brillantringe, noch Wohnungsmiete vor ihm erhalten, v. Kröcher habe vielmehr nur einmal eine Schneiderrechnung von etwa 150 M. für sie bezahlt und ihr einen Fächer geschenkt, der etwa 140 M. gekostet haben dürfte. – Kriminalkommissar Damm, der alsdann als Zeuge vernommen wurde, wußte nichts Wesentliches zu bekunden. Graf Königsmarck war einmal bei ihm und habe ihm gesagt, daß ein Jeuklub begründet werden solle. Er wünsche zu wissen, was da zu tun sei und

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 318. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/322&oldid=- (Version vom 29.6.2025)