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| Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7 | |
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habe, daß damals v. Kayser etwas „im Brand“ war und seine Schuld erst etwas später reguliert habe. Er sei aber auch häufig Schuldner des Angekl. v. Kayser gewesen. Dieser habe auch einmal einen höflichen Brief an ihn gerichtet, in welchem er an die Tilgung einer kleinen Schuld mahnte. Wolff habe er nicht näher gekannt; er würde es aber vorgezogen haben, nicht mit ihm zu spielen, denn ein alter Herr, der sich in die Gesellschaft junger Leute eindränge, erscheine ihm von vornherein verdächtig. Er habe auch gehört, daß einmal ein Mann namens Wolff den Fabrikbesitzer Prins-Reichenheim stark gerupft habe. Er (Zeuge) habe den unbestimmten Verdacht gehabt, daß dies vielleicht derselbe Wolff sei, der jetzt an den Spielabenden teilnehme. Wer Wolff eingeführt habe, wisse er nicht. Auf weiteres Befragen des Vorsitzenden erklärte der Zeuge, es sei keine Rede davon, daß er von dem Angeklagten zum Spiel besonders animiert worden sei. Richtig sei es, daß nach seiner Meinung der Angeklagte v. Kröcher fast nie verloren, sondern zumeist gewonnen habe; ob er auch in auffälliger Weise oft größere „Seeschlangen“ gehabt habe, wisse er (Zeuge) nicht. – Vors.: Was wissen Sie von der Lebenshaltung des Angeklagten v. Kröcher? – Zeuge: Es kam mir so vor, daß v. Kröcher großen Aufwand trieb, denn er hielt sich einen Wagen und eine Mätresse. – Vors.: Wie hoch schätzten Sie den jährlichen Aufwand des Angeklagten v. Kröcher? – Zeuge: Ich schätzte ihn auf 20 bis 25 000 Mark. - Justizrat Dr. Sello: Hat Herr v. Kayser auch zumeist gewonnen? – Zeuge: Ich habe Herrn v. Kayser öfter verlieren als gewinnen sehen. – Oberstaatsanwalt: Haben Sie Ihren Verdacht bezüglich des Wolff den Angeklagten einmal geäußert? – Zeuge: Ich habe einmal in der Englischen Bar über Wolff mit den Angeklagten gesprochen und mich etwa dahin geäußert: Ihr habt ja einen recht dunklen Ehrenmann bei euch aufgenommen. Auf die Frage, wer dies sei, habe ich Wolff genannt; die Angeklagten
Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 321. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/325&oldid=- (Version vom 29.6.2025)