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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7

v. Kröcher und v. Kayser haben den Verdacht mit allem Nachdruck bestritten und behauptet, daß Wolff gewissermaßen ein reiner Engel sei. – Der Zeuge trat alsdann mit großem Nachdruck der v. Kayser geäußerten Ansicht entgegen, daß er (v. Mörs) mit Dr. Kornblum gemeinschaftliche Sache gemacht habe, um v. Kayser auf die Anklagebank zu bringen. Diese ungeheuerliche Verdächtigung müsse er entschieden zurückweisen. Dr. Kornblum habe ihn einmal nach dem Erscheinen des Tageblattartikels gebeten als Kartellträger für ihn bei dem Angeklagten v. Kayser zu fungieren. Er habe Dr. Kornblum zunächst gesagt, er halte denjenigen, der den Artikel gebracht, für ein „Schwein“ und könne ihm die Ehre, für ihn Kartellträger zu sein, nur antun, wenn er die Versicherung gebe, daß er nicht der Verfasser des Artikels sei. Diese Versicherung habe Dr. Kornblum – wie ja nun feststeht, fälschlich – gegeben; die Differenz mit Herrn v. Kayser sei gütlich beigelegt worden. Dies sei der einzige Zusammenhang, in dem er mit Dr. Kornblum gestanden. Er habe Dr. Kornblum wiederholt gesagt, er solle sich vor Herrn v. Manteuffel in acht nehmen, mit einem Polizeikommissar lasse sich ein anständiger Mensch nicht in der Weise ein, daß er ihm Informationen gebe. – v. Kayser: Herr v. Mörs wird zugeben, daß er sich auch durch Herrn Dr. Kornblum hat täuschen lassen; ich habe aus den Verhältnissen zu meinem Leidwesen den falschen Schluß gezogen, daß er mit Dr. Kornblum zusammenhalte. – Der Zeuge Dr. v. Mörs protestierte schließlich energisch dagegen, daß eine gerichtliche Zustellung an ihn nicht habe bestellt werden können, und daß das Gerücht verbreitet wurde, er sei „verduftet“. Das sei eine böswillige Erfindung, die ihn in seiner Ehre als Mensch und Beamter empfindlich kränken mußte. Er sei, als die Vorladung an ihn erging, verreist gewesen, habe aber bei der Post gebeten, daß ihm Eingänge nachgeschickt werden. Wenn dann der betreffende Vorladungsbrief einfach auf der Post niedergelegt

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 7. Hermann Barsdorf, Berlin 1912, Seite 322. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_7_(1912).djvu/326&oldid=- (Version vom 29.6.2025)