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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 8

und im „Börsen-Kurier“ veröffentlicht werden sollte. Er legte ihm einen großen Pack Papiere vor und fragte ihn, ob er sie kaufen wolle, wobei er einen hohen Preis andeutete. Pflüg erwiderte, daß er sich zu nichts verstände, ließ jedoch später dem v. Schleinitz durch seinen hiesigen Vertreter 1200 Mark zahlen, da Schleinitz außer mit seinem Ehrenworte auch schriftlich am 4. Oktober versichert hatte, er wolle mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln dagegen wirken, daß in der Berliner und der auswärtigen Presse irgend etwas Nachteiliges über Pflüg oder dessen Firma publiziert werde. Trotzdem schrieb v. Schleinitz schon vier Tage darauf an Lodomez: „In Sachen P. wird ein großes Geschäft zustande kommen, falls Sie in der Lage sind, dafür zu sorgen, daß Otten Ende der Woche nach hier kommt. Ich habe eine feste Offerte ... Am Mittwoch bitte um Ihren werten Besuch, um Ihnen alles mitteilen zu können; ich glaube, wir werden reussieren, falls eben eine Offerte auch von Otten gestellt werden kann.“ Lodomez lud Otten nach Berlin ein. Als dieser abgelehnt und jede weitere Tätigkeit in der Sache verboten hatte, schrieb v. Schleinitz am 25. Oktober wiederum einen Brief an Pflüg. Dieser hatte nämlich Zweifel darüber, ob Schleinitz wirklich die 1200 Mark an den „Unabhängigen“ und den „Börsen-Kurier“ gezahlt habe. Er hatte Recherchen anstellen lassen und durch seinen Beauftragten von Grünewald erfahren, daß dieser nichts erhalten habe. Grünewald benutzte aber gleichzeitig die Gelegenheit, um in zwei von Sponholz und Moser geschriebenen Briefen Pflüg, unter Androhung der Veröffentlichung über die angebliche Verleumdung, daß der „Unabhängige“ mit 600 Mk. bestochen sei, zur Rede zu stellen. Hierauf bezog sich der neue Brief Schleinitzs. In diesem behauptete v. Schleinitz, daß infolge dieser Indiskretion die Sache für Pflüg gefährlich werde, denn Lodomez und Otten täten das ihrige, das Feuer zu schüren. Otten habe nunmehr dem „Unabhängigen“ die Mittel zur Verfügung gestellt, um gegen Pflüg eine Broschüre

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Hugo Friedländer: Interessante Kriminal-Prozesse von kulturhistorischer Bedeutung, Band 8. Hermann Barsdorf, Berlin 1913, Seite 78. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Friedlaender-Interessante_Kriminal-Prozesse-Band_8_(1913).djvu/82&oldid=- (Version vom 10.9.2025)