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Laß mich ein Schmerzens-Lohn Jesu werden und nicht verloren gehen. u. s. w.
Aus Dresden schreibt ein Bruder: Wir sind zwar arme Sünder, die dem Heiland noch manches Betrüben machen, aber Er läßt sich nicht abhalten, uns zu vergeben und uns zu umarmen; seine Güte ist alle Morgen neu, u. seine Treue ist groß. Ich kans mit Wahrheit sagen: Wo wäre ich, wenn nicht ein solcher lieber Heiland wäre? Ich bin beschämt, aber auch erfreut über alles, was Er mein armes Herz erfahren läßt.
Im Eibauer Bericht heist es: Es ist eine Frau zu uns gekommen, die sehr verlegen war um ihre Seeligkeit. Ihre Leibes-Kräfte hatten sie verlassen, und sie hatte weder Arbeiten, noch schlafen können. Ihr Mann muste des Nachts oft aufstehen, und mit ihr Beten und singen. Er ist auch oft beym Doctor gewesen und hat Arzney geholt. Aber das alles wolte nicht helfen. Sie hegte den Gedanken bey sich, sie habe die Sünde wieder den Heiligen Geist begangen, und nun sey kein Rath mehr.
: Gemein-Nachrichten - Beylagen 1771,5. , Herrnhut 1771, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.159_Gemein-Nachrichten_1771,5.pdf/14&oldid=- (Version vom 2.3.2026)