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Versöhnung Jesu, die durch Sein Blut und Todt geschehen ist, so deutlich u. reichlich verkündiget wird; so macht das viele Rührungen an den Herzen der Menschen, auch in unserm Ort, und man hat es wol für eine Gnade und vor einen aparten Zeitpunckt anzusehen. Doch muß man, leider, an sich selbst und andern erfahren, wie die Eigenheit so geneigt ist, viel Geheimniße zu hören und durch die Vermunft sich begreiflich zu machen, wodurch man aber von der Einfalt in Christo Jesu abkommen und Schaden leiden kan.
Von Nieder-Cunersdorf wird berichtet, Eine vor einiger Zeit zu uns gekommene Person erklärte sich bey einer Schwester auf die Weise: Sie habe die Woche vor Mariä Heimsuchung an ihrem Herzen eine ganz aparte Rührung verspürt; sie hätte mit innigem Gefühl gehört, wie der liebe Heiland all sein Blut für die armen sündigen Menschen vergoßen hat, zur Versöhnung für alle Menschen, und sie hätte glauben können, daß das auch gewiß für sie geschehen sey. Sie ist darauf mit dem Häuflein gemeinschaftlich zum
: Gemein-Nachrichten - Beylagen 1771,5. , Herrnhut 1771, Seite 2. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.159_Gemein-Nachrichten_1771,5.pdf/6&oldid=- (Version vom 10.2.2026)