Seite:GN.A.159 Gemein-Nachrichten 1771,5.pdf/7
heiligen Abendmahl gegangen, und den Abend drauf mit beym Anbeten gewesen, und sagte nachher: Ach was ist das für ein großer Unterschied, von wichtigen Sachen reden hören, oder am Herzen erfahren. Von einem andern Ort heist es: Der 2te Jul. war uns ein gesegneter Tag. Da ich dem HErrn St. besuchte, dankte er mit aufgehobnen Händen dem Heiland, daß Er ihm das hätte wegegenommen, was er noch schlechtes über die Gemeine hatte dencken müßen; er hätte noch immer geglaubt, die Gemeine verwürfe die Bibel, da er aber zu einem Bruder in die Stube gekommen und seine Frau in der Bibel hätte lesen sehen; so hätte er sich sehr geschämt und gedacht: Lieset sie mitten am Tage in der Bibel, so muß sie ihr auch wol wichtig seyn. Er hätte auch immer geglaubt, was er in Gegenschriften gelesen hätte, daß nehmlich die Herrnhuther glaubten, wer in ihrer Gemeine wohne, der werde selig, er möchte sonst leben wie er wolle; nun hätte ers anders gehört, auf was es ankäme und was sie glaubten.
Seit Pfingsten, /: schreibt ein andrer Bruder :/
: Gemein-Nachrichten - Beylagen 1771,5. , Herrnhut 1771, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.159_Gemein-Nachrichten_1771,5.pdf/7&oldid=- (Version vom 2.3.2026)