Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/178
bey ihm nicht in Consideration, ob er sein vermeintes Glück dadurch verscherzte, indem er überzeugt sey, daß sein wahres Glück allein in seiner Seelen-Ruhe u. Seligkeit bestehe; hingegen es ein Unglück für ihn sey, wenn er wieder solte in die Welt geflochten werden. Versagte ich ihm die zu seiner Unterhaltung nöthigen alimenta, so würde ihn zwar solches, wegen seiner Mitbrüder, denen er das versprochene Kostgeld schuldig wäre, sehr betrüben, aber bey weitem nicht bewegen können die Gemeine zu verlassen, sondern allein necessitiren, sich unter die armen Brüder zu begeben, welches er, da es aus Liebe zu Christo geschehe, mit Freuden thun würde. Da er also aus überzeugendem Triebe Gottes sich hieher begeben, so würde ich ihm nicht verdenken, wenn er mir darinn nicht folgte, weil man Gott mehr als den Menschen gehorchen müßte.“ Weil nun sein Vormund
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 174. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/178&oldid=- (Version vom 22.2.2025)