Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/326
möchte; u. der Heiland neigte sein Herz, daß ers nicht nur gern zuließ, sondern auch dabey allezeit sehr freundlich gegen mich war. Im May 1746 wurde ich in die Gemeine aufgenommen, welcher Tag mir unvergeßlich bleibt. Ich kam von da an in genauere Verbindung mit dem Heilande, besonders auch, da ich im May 1747 mit zum heiligen Abendmahl gelangte. Anno 1756 bekam ich meinen Abschied, u. kam darauf nach Gnadenfrey zum wohnen. Hier wurde mir mein tiefes Grundverderben immer mehr aufgedeckt, ich hielt mich aber mit meiner Noth kindlich zum Heiland, u. wurde von Ihm immer reichlich getröstet.“ So weit sein Aufsatz.
Der selige Bruder war ein begnadigter armer Sünder, der in einem genauen Umgang mit dem Heiland stand. Es war ein wahres Vergnügen, sich mit ihm von dem zu unterhalten, was der Herr an seiner Seele gethan hatte. Er konte nie davon reden, ohne daß ihm die Augen
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 320. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/326&oldid=- (Version vom 27.3.2025)