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6.) Die ledige Schwester Sophie Rosine Bräutigam (in Ebersdorf) hat folgende Nachricht von sich hinterlassen:

„Ich bin geboren d. 20 April 1729 zu Schmelle im Altenburgischen. In meinen Schuljahren wurde ich gar oft von meiner Entfremdung gegen Gott überzeugt, u. wünschte zwar anders zu seyn, um nicht einmal verloren zu gehen; aber die Liebe zur Welt behielt doch die Oberhand bey mir.

In meinem 15tn Jahr kam ich zu Geschwister Gehras nach Gera in Dienste. Ich ging in die Versamlungen der Geschwister, aber mehr aus Gehorsam als aus Neigung; und ob ich gleich durch das, was ich hörte, unruhig wurde, so war doch der Hang zur Welt bey mir so groß, daß ich oft wünschte, nie zu den Leuten gekommen zu seyn. Das ging so weit, daß ich endlich eine wahre Feindschaft gegen den Heiland u. seine Kinder bey mir fühlte; darüber aber erschrack ich,

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: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 345. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/351&oldid=- (Version vom 7.4.2025)