Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/353
dem Gesang der Geschwister zu Muthe war, kan ich nicht beschreiben. Es wurde mir gleich ausgemacht, daß ich zu diesem Volke gehörte, u. endlich im May 1757 erhielt ich Erlaubnis zur hiesigen Gemeine. Ich mußte lange auf die Gemeingnaden warten, welches mir aber zu einer seligen Schule diente. Erst wurde ich einige Jahre in der Küche, u. dann zu andern Geschäften im Hause gebraucht, u. endlich wurde mir 1766 das Krankenwärteramt aufgetragen. Ich fand dazu bey mir weder Neigung noch Gabe, bat aber den Heiland darum, u. so hat Er mir von Zeit zu Zeit durchgeholfen, u. wird es ferner thun.“
So weit aus ihrem Aufsatz.
Sie stand als eine begnadigte Sünderin in einem vertraulichen Umgang mit dem Heiland. In den ihr anvertrauten Geschäften war sie treu, zuweilen wol auch in Kleinigkeiten zu pünktlich, so daß sie ihren Schwestern manchmal
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 347. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/353&oldid=- (Version vom 7.4.2025)