Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/357

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

den Tod, u. sezte mich zu Winterszeit mehrmalen hinaus ins kalte Wasser, aus welchem mein Vater, wie er mir gesagt, mich oft halb todt herausgezogen hat. Meinen Eltern war es in der Folge, wenn sie an diese Zeit zurückdachten, ein Wunder, daß ich noch am Leben war.

Bis in mein 13tes Jahr war ich ein sehr wilder u. ausgelassener Knabe, so daß ich aus dieser Ursach das Unglück hatte, beyde Beine u. einen Arm zu brechen. Weil mein Vater ein Schiffer war, so gab mir solches Gelegenheit, öfters aufs Wasser zu kommen, woraus ich mehr als 10 mal mit genauer Noth gerettet worden bin. Um mich in genauerer Aufsicht zu haben, nahm mich mein Vater zu sich aufs Schiff, u. behandelte mich ziemlich scharf bis in mein 15 Jahr, da mein jüngerer Bruder vor seinen Augen im Wasser ertrank, welches Unglück vor 8 Jahren auch meiner Schwester begegnet war. Von da an wurde ich

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 351. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/357&oldid=- (Version vom 7.4.2025)