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daß meine liebe Frau – mit welcher ich nur 10 Monate in der Ehe gelebt – diese Nacht gestorben sey. Der Anblick ihrer Leiche bewegte mich so, daß ich fast in Ohnmacht sank; denn wir hatten uns sehr lieb, u. eine friedliche Ehe mit einander geführt. Bey dieser Gelegenheit faßte ich den vesten Entschluß, mich dem lieben Gott ganz zu ergeben, fing auch an, solche Leute zu suchen, die eben diesen Sinn hatten, fand aber keine, bey denen ich das angetroffen hätte, was mich beruhigen konte. Man sagte mir viel vom Ringen, Beten u. Kämpfen vor, weil ich aber dazu keine Lust hatte, u. zu träge war, mich sehr zu mühen, so ward ich der Sache bald müde; und als sie mich zum Beten aufforderten, u. ich nicht konte, so blieb ich gar von ihnen weg. So ging mirs auch Anno 1741 in Reval u. an mehreren Orten; ich kam überall in unrechte Hände, u. fand nicht was ich suchte, bis ich

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: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 355. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/361&oldid=- (Version vom 7.4.2025)