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Als ich mich in meinem 20 Jahre an einem Communion-Tage auf einem Spatziergang befand mitten unter vielen Menschen, so wandelte mich plötzlich ein tiefes Gefühl meines Elendes an, u. eine große Unruhe über meine Liebe zur Welt u. ihren Eitelkeiten. Ich sagte zu meiner Gefährtin: ich fühle mich so eben unbeschreiblich schlecht, u. sehe meine Neigung zur Eitelkeit, Verläumdung u. vielen andern schlechten Dingen. Das ist wahr, antwortete sie, und du hast auch mir oft Anlaß gegeben, mich über andre aufzuhalten. Ich will mich bekehren, erwiederte ich; und ich trug es auch wirklich seitdem ernstlich darauf an. Da ich aber sahe, daß ich durch alle meine Bemühungen nichts ausrichtete, so fiel mir ein, daß das beste für mich seyn würde, wenn ich mich an die Brüder wendete, die mir schon den Weg zur Bekehrung zeigen würden. Ich bat eine Schwester, die ehedem meine Vertraute gewesen, sich aber seit einiger Zeit an die Brüder Societät
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 363. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/369&oldid=- (Version vom 9.4.2025)