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so elend zu sehen. Auch war mirs eine Zeit lang verborgen, daß je elender man in sich selbst sey, je näher sey einem die Gnade Jesu, u. je fühlbarer Seine Liebe. Da ich viel von der Brüdergemeine gehört hatte, so wünschte ich bey derselben zu wohnen, um von der Welt ganz abgesondert zu leben, zu welcher ich doch noch dann u. wann Neigung fühlte. Ich erhielt Erlaubnis nach Herrnhut, kam d. 8 Jul. 1752 daselbst an, u. konte dem Heiland für meine Gnadenwahl nicht genug danken. Anno 1753 wurde ich in die Gemeine aufgenommen, u. gelangte mit derselben zum Genuß des heiligen Abendmahls. Was ich dabey erfahren, vergesse ich nie. Von da an nahm mich der heilige Geist in seinen nähern Unterricht, u. deckte mir mein Grundverderben recht auf; ich hätte nie geglaubt, ein nach Seel u. Leib so grundverdorbenes Wesen zu seyn, als ich es nun gewahr wurde; aber ich erfuhr auch reichen Trost von meinem lieben Heiland,
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 366. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/372&oldid=- (Version vom 9.4.2025)