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ruhigen Herzen thun könne; u. endlich, nach manchem Bitten u. Flehen, habe er einen Blick bekommen, daß die Religion eine große Gottessache sey. Dazu sey ihm sein Amt in Hermsdorf gesegnet gewesen; es sey ihm dann von den Augen wie Schuppen gefallen, u. er habe hernach viele Dankthränen darüber geweint. Von der Zeit an habe er die Einsicht bekommen, daß die Religionen eine eigne Erfindung der göttlichen Barmherzigkeit sind, wodurch der Heiland dem menschlichen Geschlechte beykommen will, und worinnen zu tausenden u. Millionen nach der göttlichen Langmuth u. Weisheit für den Heiland gewonnen werden, denen sonst nicht beyzukommen gewesen wäre. Von der Stunde an sey ihm durch Gottes Gnade sein Amt nicht mehr unwichtig gewesen, oder auch nur so, daß er zur Noth sich darinn beruhigen können, sondern es sey ihm ein göttliches Kleinod, daß er denke: wie kommst du armer Mensch dazu, daß Gott dich dazu braucht?
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 445. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/451&oldid=- (Version vom 11.5.2025)