Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/454
Gott übersehen. Sonst aber glaube er, ein Prediger könne verhüten, daß der gröste Theil seiner Kirchkinder, auch wenn sie noch mit Geduld getragen werden müssen, das in den Worten Pauli angedeutete Gericht Gottes auf sich laden.
Es sey wohl zu merken, daß es nicht heisse ἀνάξιος (anáxios) – wer als ein unwürdiger isset – sondern ἀναξίως (anaxiióos) auf eine unanständige Weise – und also nicht von der Würdigkeit des Communicanten, sondern von dem Respect die Rede sey, womit er das Sakrament begehen soll. Er habe aus der Erfahrung gesehen, daß wenn einer darinn leichtsinnig handle, ein Gericht Gottes ihn verfolge. Der Prediger müsse daher einen jeden dahin anweisen, daß er mit Respect zum heiligen Abendmahl gehe, oder, wenn er Zweifel darüber habe, solche zuvörderst offenbare, um bedeutet zu werden. Das müsse, seiner Meinung nach, ein Prediger verhüten, daß sich niemand an diesem Sakrament vergreife;
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 448. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/454&oldid=- (Version vom 11.5.2025)