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des Evangelii, daß er bey seinem wichtigen Auftrag sich nicht selbst erhebt? wie bewahrt er sich vor der Selbstgefälligkeit? und wie verhält er sich, daß er in wahrer Herzenseinfalt u. Demuth bleibt?
Einer der Anwesenden erklärte sich so, daß nach seiner Erfahrung bey der dem menschlichen Herzen so sehr anklebenden Eigenliebe das sicherste Verwahrungs-Mittel dieses sey, das Glaubensauge auf die Marter u. den Tod des Heilands zu richten, u. fleißig zu bedenken, daß, was Er ausgestanden, das hat verdienet meine Seel.“ Man stimmte ihm darinn bey, daß in der Beherzigung: Ich, ich u. meine Sünden – die haben Dir erreget das Elend, das Dich schläget, der Hauptgrund unsrer Demüthigung zu finden sey. Demnächst aber wurde über die Materie, wovon die Frage ist, u. über die mannichfaltigen Gelegenheiten, die in dem Amtsgang eines Predigers insonderheit vorkommen, noch
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 463. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/469&oldid=- (Version vom 11.6.2025)