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an Christus Statt mit Liebe aufzunehmen, ist Sein Gebot; und wenn es durch Seine Gnade befolgt wird, so hat mans mit Dank anzunehmen. Wir unsrer seits wissen dabey doch immer, wer wir sind, und daß niemand etwas aufzubringen hat, warum ihn Jesus lieben müßte.
Die Selbsterkenntnis ist eine große u. wichtige Sache. Wenn ein Prediger, der durch die Erleuchtung des heiligen Geistes dazu gelangt ist, die großen Obliegenheiten seines Amtes bedenkt, so wird er finden, daß er sie nie alle erfüllt. Nun sagt aber unser Herr: „Wenn ihr alles gethan habt – so sprecht: wir sind unnütze Knechte“ – und wir, wenn wir eingestehen müssen, daß wir noch lange nicht alles thun, was wir zu thun schuldig sind – was sind wir? Da bleibt gewiß nichts zur Selbsterhebung übrig. Jener Vers druckt die Sache schön aus: „Und würde ja eins
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 466. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/472&oldid=- (Version vom 11.6.2025)