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Leichenreden nur diesem Zweck gemäß einrichte, u. also bey Personen erwähnter Art wegen ihrer Bekehrung nicht sie selbst preise, oder, wie der selige Ordinarius frr. sich einmal in einer PredigerConferenz ausdruckte, in so fern die große Glocke laute; sondern vielmehr nicht unerinnert lasse, wie sehr sich der Verstorbene durch sein vorheriges ganzes Leben selbst geschadet habe, u. vornehmlich Gott die Ehre gebe, u. deßen Gnade u. Langmuth rühme, der dem ohnerachtet sich über ihn erbarmet u. ihn – wie den Schächer am Kreuz, dessen Beyspiel uns doch in der heiligen Schrift ausdrücklich aufbehalten worden ist – selig gemacht habe. Ist es doch auch die Gnade Gottes allein, durch welche auch diejenigen, die ihrem Zuge früher folgten, selig wurden; so daß man in Leichenreden überhaupt nicht sowol den Lebenswandel der Verstorbenen, als die ihnen widerfahrne Barmherzigkeit im Auge haben solte. (Matth. 20,5-16.) Uebrigens wird ein Prediger immer am

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: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 526. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/532&oldid=- (Version vom 25.6.2025)