Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/534

Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

den ihnen anvertrauten Seelen zum Segen zu seyn.

Endlich wurde noch aus einem andern Schreiben die Frage vorgelegt: Was ein Prediger zu thun habe, wenn eine oder andre üble Nachrede von ihm in seiner Gemeine herumgeht?

Hierinnen ist nicht immer so leicht zu rathen, zumal wenn etwa der Prediger durch Unvorsichtigkeit selbst zu dem bösen Gerüchte Anlaß gegeben hätte, welches zuweilen wol geschiehet. Ein wahrer Diener Jesu aber sieht in dem Falle am besten auf seinen lieben Herrn, u. läßt sich von Ihm leiten; predigt indessen, weil er ein gut Gewissen hat, getrost fort, u. kan zuversichtlich hoffen, daß der Heiland den Ungrund der üblen Nachrede schon werde offenbar zu machen wissen.

Nach den Umständen kan sich der Prediger allenfalls gegen diejenigen in seiner Gemeine, die ihm davon sagen, darüber erklären; u. zuweilen wird auch von Herrschafts wegen nöthig gefunden, eine Untersuchung zu veranlassen.

Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 528. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/534&oldid=- (Version vom 25.6.2025)