Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/557
eine schändliche Verstellung u. Heucheley. Was muß der Heiland dazu denken, der alle eure Worte höret, wenn ihr mit einem Bruder redet! Ich habe gesagt, zur Offenherzigkeit kan man euch nicht zwingen; wenn ihr das wahre nicht sagen wollt, so sagt doch um Gottes willen nichts, was nicht wahr ist. Wenn wir sehen, daß eines Knaben Herz nicht aufgethan ist, so wollen wir Geduld haben, u. erwarten, bis ihm dieses vom Heiland zu Theil wird. Und gesezt, ihr köntet uns hintergehen; was hilft es euch, daß ihr denken könnt: Mein Vorgesezter, mein Pfleger denkt beßer von mir, als es wirklich ist. Das ist vielmehr zu eurem höchsten Nachtheil u. Schaden. Hütet euch also doch ja vor dem Sauerteige der Pharisäer, wies der Heiland nennt, vor der Heucheley, u. seyd versichert, daß nichts als Unheil daraus entstehe; denn bey den meisten jungen Leuten, die hernach von uns haben entfernt werden müssen, lag der Grund zu ihrem Unglück
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 551. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/557&oldid=- (Version vom 7.7.2025)