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seyd ihr die meiste Treue schuldig? Doch gewiß dem lieben Heiland u. eurem eigenen Gewissen. Es kan der Fall vorkommen, es ist möglich, daß zwey Knaben mit einander leichtsinnige Dinge reden u. thun, und der dritte hörts u. fühlt in seinem Gewissen: das ist nicht gut; u. sagt es doch nicht: meine lieben Knaben, wie könnt ihr das vor dem Heiland verantworten? Wenn ein Knabe gern etwas anbringt, es sey bey den Stuben-Brüdern oder dem Chorhelfer, u. thut es aus Lieblosigkeit, u. bringt Sachen an, die nicht einmal wahr sind, das ist ein Verkläger u. Verläumder. Das merkt man gar bald; er thut es nicht aus Liebe zu seinen Gespielen, sondern weil er andern Schaden zufügen, u. dadurch selbst beßer scheinen will, als er ist. Die Anzeigen um des Gewißens willen aber sind ganz eine andre Sache. Ihr seyd in die Gemeine aufgenommen, u. geht gröstentheils mit zum heiligen Abendmahl, seyd also dies, wie wir
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 560. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/566&oldid=- (Version vom 7.7.2025)