Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/583
zum heiligen Abendmahl geht. Wenn unser Herz trocken ist, u. wir kein lebendiges Gefühl von unserm Elend u. von der Liebe Jesu haben: so können wir nicht mit wahrem Nutzen u. Segen das heilige Abendmahl geniessen. Ihr seht also, daß das gar kein Ehrengrad ist, u. ihr werdet euch wol bescheiden, wenn ihr um das heilige Abendmahl anhaltet, daß man gern wartet, zu sehen, ob eine bleibende Sehnsucht nach Jesu Gnade in dem Herzen eines solchen Knabens ist, ob er sich ausser dem Heiland für verloren hält, u. ob sein ganzer Entschluß ist, dem Heiland zur Freude zu leben. Daher ist es unsre veste Meinung, daß es viel beßer sey, mit diesem Genuß zu warten, als sich dabey zu übereilen. So wie ich gesagt habe, daß es das erstemal im Herzen beschaffen seyn muß, so soll es auch vor einem jedes maligen Genuß seyn. Darum bitte ich euch herzlich, verlaßt euch nicht
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 577. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/583&oldid=- (Version vom 9.7.2025)