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der eine hat ein gut Gedächtnis, bey dem andern ist es nicht so stark; der eine kommt geschwind weiter, bey dem andern geht es langsamer. Da wäre es nun freilich sehr thöricht, wenn sich einer etwas darauf einbilden wolte, daß er schon in einer höhern Klasse wäre, als ältere Knaben, daß ein andrer neben ihm nicht so viel als er lerne. Die Fähigkeiten sind ein Geschenk, das wir blos u. allein unserm Gott u. Schöpfer zu verdanken haben. Die Rede ist nur davon, ob einer alle Treue beweiset, u. allen Fleiß anwendet. Am Ende kan es treffen, daß derjenige, der weniger Gaben besizt, u. langsamer begreift, wenn er nur treu in seinem Theil ist, oft ein nützlicherer Mensch wird als der, der bald etwas faßt, u. dadurch vielleicht in der Folge nachläßig wird. Verachte also ja keiner den andern darüber, daß er etwa in Vergleich mit andern zurückbleibt.

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: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 589. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/595&oldid=- (Version vom 16.7.2025)