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etwas recht klägliches, wenn man einen Vorleser nicht recht versteht; besonders da in unsern Gemeinen das Vorlesen einen Haupttheil des Gottesdienstes ausmacht, u. fast mehr gelesen als geredet wird. Die schönen Nachrichten, die Reden, die mitgetheilt werden, solten von den Geschwistern recht genossen werden; und da ists sehr betrübt, wenn man beym Herausgehen höret: Ja, ich habe nicht alles gehört, ich habe viel nicht verstanden; der Bruder hat so eine undeutliche Sprache, er läßt die Stimme oft fallen; er legt den Accent nicht dahin, wo er hingehört. Daher müßt ihr es euch nicht befremden lassen, wenn euch eure Brüder auch zuweilen etwas vorlesen lassen, denn es ist in der That eine Hauptsache, deutlich u. ordentlich lesen zu lernen. Ihr wißt selbst, mit was für Vergnügen man in einer Versamlung ist, wo etwas vernehmlich, verständlich u. nachdrücklich vorgelesen wird, so, als
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 596. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/602&oldid=- (Version vom 17.7.2025)