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Verführung u. Anstoß – kommen. Doch wehe dem Menschen, durch welchen Aergernis kommt; es wäre ihm beßer, daß ihm ein Mühlstein an den Hals gehenkt, u. er ins tiefste Wasser geworfen würde. (Matth. 18,6.7.) So schrecklich, so abscheulich ist in den Augen Jesu Verführung. Was heißt dann Verführung? Wenn in mir schädliche, sündliche Gedanken u. Leichtsinn entstehen, wenn ich über dieses u. jenes in der Gemeine raisonnire, wenn ich ungehorsam bin, u. nicht gern folge, so sind das alles garstige Dinge; wenn ich aber einem andern Knaben sage: Wir müssen uns nicht zu sehr einschränken lassen, wir müssen unsre Freiheit behaupten; wenn man dich auch darum fragt, ob wir das gethan oder geredet haben? so hast dus ja nicht nöthig zu sagen u. dergleichen mehr. Das ist schädlich, das heißt einander Seelenschaden zufügen. Wenn einer mit dem andern von solchen Dingen redt, die er nur dem Chorhelfer sagen solte, so
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 620. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/626&oldid=- (Version vom 19.7.2025)