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was ihr schreibt, oder für Briefe empfangt. Das ist keine Einschränkung des Gewissens; da ihr alles gern so schreiben werdet, wie es in eurem Herzen ist, u. ihr euren lieben Brüdern gern alles sagen werdet, wie es um euch steht, so werdet ihr sie eben so gern lesen lassen, was ihr schreibt. Die Brüder haben sich dazu verbunden, daß sie die Aufsicht über eure Correspondenz haben wollen; denn wir wissen gut, daß es zu eurem Nachtheil wäre, heimliche Correspondenz zu führen. Allemal gründen sich dergleichen Sachen schon auf ein gewisses Mistrauen gegen eure Vorgesezten. Ich habe schon gesagt, wenn einer eine gegründete Klage hat, so soll er gehört, u. wenn es nöthig ist, unterstüzt werden. Auf die Weise also kan nie der Fall vorkommen, daß ihr euch an Auswärtige mit euren Klagen zu wenden hättet; denn sie müßten es doch wieder an eure Vorgesezten gelangen lassen, wenn in dem oder jenem Stücke eine Aenderung nöthig wäre.
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 629. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/635&oldid=- (Version vom 2.8.2025)