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1.) Die verheiratete Schwester Anna Maria Wendin (geb. Lehmannin) in Gnadenberg, hat folgende Nachricht von sich hinterlassen: „Ich bin geboren d. 12 Sept. 1713 zu Wehlau in Preußen. Von meiner zartesten Kindheit an war ich bekümmert um meine Seligkeit, und fragte meine Eltern, da ich erst 4 Jahre alt war, ob es wol möglich wäre, daß ich selig werden könte. Ich weinte oft in der Stille, u. betete: Christi Blut u. Gerechtigkeit p. Herr Jesu, Dir leb ich, Dir sterb ich p. Das that ich besonders, so oft ich die Glocke lauten hörte, daß jemand gestorben war. Meine Eltern trösteten mich, so gut sie konten. Da ich 6 Jahre alt war, starb mein Vater, u. meine Mutter kam in die allerelendesten Umstände. Er hatte Schulden hinterlassen, u. deswegen wurde ihr alles weggenommen. Wir zogen nach Königsberg zu einem Verwandten, aber hier war noch größerer Jammer:
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 652. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/658&oldid=- (Version vom 6.8.2025)