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Strenge behandelt. Er brauchte sie zu seiner Schreiberin; und da er mit besonderer Pünktlichkeit bedient seyn wolte, so lebte sie in beständiger Furcht etwas zu versehen, u. darüber hart behandelt zu werden. Diese Strenge ihres Vaters, die zur Bildung ihres allerdings etwas sonderbaren Charakters viel beygetragen haben mag, ging so weit, daß sie u. ihre Schwester genöthigt wurden aus dem väterlichen Hause wegzuziehen, worauf sie sich theils in Zelle theils in Verden u. endlich in Fischbeck bey Hameln aufhielten. Sie wurde schon in ihrer Jugend erweckt, las u. betete viel, u. mühete sich ein frommes u. tugendhaftes Leben zu führen. Sie suchte alle Arten von frommen Leuten auf, und wiewol sie auf der einen Seite viel Schmach u. Spott darüber leiden mußte, so wurde sie auf der andern Seite durch ihre Erkenntnisse u. Gaben
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 660. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/666&oldid=- (Version vom 6.8.2025)