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darauf wieder nach Herrnhut ins Vorgemach des Herrn Grafen, da sie sich den Friedenskuß ertheilten, u. ich durfte auch dabey seyn. Wie mir zu Muthe war, mich auf einmal an einem Orte zu sehen, wo so viele Kinder Gottes wohnten, kan ich nicht beschreiben. Ich bekam Arbeit auf meiner Profession, u. wurde mit vieler Liebe behandelt. Es gab wol manches ungewohnte zu erfahren: kein Bette hatte ich nicht, ich legte mich also vor dem Ofen auf eine breite Bank, meine Weste diente mir zum Kopfküssen, u. mit dem Rocke deckte ich mich zu. So lag u. schlief ich ¾ Jahr lang, als so lange ich hier war. Die Kost war so schlecht als möglich, doch aber konte man seinen Hunger stillen. Die Selbstverleugnung wurde nicht gepredigt, aber die Umstände brachten sie von selbst mit sich. Ich konte mit allem zufrieden seyn, u. die
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 671. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/677&oldid=- (Version vom 11.8.2025)