Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/689
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Wunden verkriechen lernte. Endlich wurde es mir so:
- Nun öffne mir, mein Jesu! deine Wunden
- Gott Lob, daß ich darinnen Raum gefunden
- Ich will alhier stets schlafen, wachen, weiden
- Und drinn verscheiden.
- Ich habe sie mir auch zu allen Stunden
- Zur eb’nen Bahn u. sichern Strasse funden;
- Dein Täublein möchte gern in diesen Ritzen
- Beständig sitzen.
- Sie sind zulezt des Himmels Friedenspforte,
- Da geh ich durch zu jenem Freudenorte;
- Sie sind auch dort noch ewig meine Freude
- Und meine Weide.
- Dort seh ich sie nicht mehr, wie hier, im Dunkeln.
- Wie werden einst doch diese Wunden funkeln!
- Welch heller Glanz wird von den Nägelmaalen
- Mich ganz umstrahlen!
- Da will ich dann für diese Blutrubinen,
- Für diesen Schatz mit allen Seraphinen
- In Ewigkeit mein Freudenopfer bringen
- Und Jubel singen.“
Hiemit hat unsre selige Schwester ihren Aufsatz geschlossen. Sie wurde im Chor-Hause beyzeiten im Dienste des Herrn
Empfohlene Zitierweise:
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 683. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/689&oldid=- (Version vom 13.8.2025)
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 683. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/689&oldid=- (Version vom 13.8.2025)