Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/691
großen Anbau am Schwesternhause) augenscheinlich mit ihr war. Ausser ihrem eigentlichen Geschäfte war sie auch in der Seelenpflege, so lange es ihre Gesundheits-Umstände zuliessen, eine treue Gehülfin, u. es war den Schwestern sehr gemüthlich, sich mit ihr von ihrem Herzensgang zu unterreden. In der heiligen Schrift zu lesen war eine ihrer liebsten Beschäftigungen, dadurch wurde ihr froher Geist öfters ermuntert, den Herrn ihren Gott zu loben; und da sie auch eine vorzügliche Singegabe hatte, so war sie auch hierin dem Chore zu lieblicher Freude u. Erbauung. Da sie eine von der Erstlingen der hiesigen Gemeine war, und von der ersten Gnade u. Einfalt einen unauslöschlichen Eindruck behalten, so äusserte sie zuweilen ihren Schmerz darüber, daß doch von der schönen Einfalt so viel verloren gegangen; doch verkannte sie dabey nicht
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 685. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/691&oldid=- (Version vom 13.8.2025)