Seite:GN.A.250 Gemein-Nachrichten 1788,5.pdf/694
Geist nach der ewigen Ruhe; u. ihre Sorge war nur diese: Ach daß ich nur nicht blos erfunden werde! Daher sie sich immer gläubiger in das Erbarmen ihres Heilandes einwickelte, u. von nichts als Gnade wissen wolte. Ihre Berufsgeschäfte besorgte sie bey alle dem mit der grösten Pünctlichkeit fast bis an den lezten Tag ihres Hieniedenseyns. Am 6 Oct. 1787 als an ihrem Geburtstage war sie gleich früh besonders heiter, u. bat die sie besuchenden Schwestern, ihrer vor dem Heiland zu gedenken, u. ermahnte sie zur Liebe unter einander. Sie selbst flehete mit aufgehobenen Händen, daß der Heiland doch bald kommen, u. sie zu sich nehmen möchte, u. wiederholte immer die Worte: „Das allerlieblichste Präsent wär doch, wenn Er mich nehmen könt“ – ihr unbewußt, daß eben dieser Vers im Morgensegen von ihrem Chore für sie war
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 688. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/694&oldid=- (Version vom 13.8.2025)