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Leben; welches mir aber ganz unmöglich vorkam, weil meine Neigungen grade aufs Gegentheil gingen. Unter allen Zerstreuungen aber verfolgte mich doch immer die Unruhe meines Herzens. In meinem 10tn Jahr hatte mein ältester Bruder eine Unterredung mit meiner Mutter von der Gewißheit seiner Seligkeit (denn er war vom Heiland kräftig angefaßt) und da ich ein aufmerksamer Zuhörer dabey war, fiel mir ein Ausdruck, dessen sich mein Bruder bediente, um die Gewißheit seiner Seligkeit darzulegen, besonders aufs Herz. Es wurde mir dadurch klar, daß ich mir einer solchen Gewißheit nicht bewußt wäre. Ich ging hinaus, u. weinte vor Wehmuth, u. hielt es meinem Herzen gleichsam vor: „Nun siehst Du, was dir eigentlich fehlt, das ist es; und wenn du dieses nicht erlangst, so wirst du in deinem Leben nicht recht vergnügt werden!“ In der Hofnung, daß mir dieses Glück auch einmal widerfahren würde, ging ich viele

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: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 691. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/697&oldid=- (Version vom 14.8.2025)