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wissen; der heilige Geist aber zeigte mir den Abgrund meines Naturverderbens sehr deutlich. Das brachte mich in eine solche ängstliche Bedenklichkeit, daß ich glaubte, alle vom Heiland erfahrne Gnade wäre nur Einbildung gewesen; und so ging ich etliche Tage in großer Angst hin. Endlich resolvirte ich von der Gemeine zu gehen, sagte es auch meinem Arbeiter. Er fragte mich, warum ich nicht dem Heiland u. seinem Geiste meine Bekehrung kindlich überlassen könte, da ich doch schon Beweise hätte, daß Ihn meine Sündigkeit nicht hinderte? Das fuhr mir so tief ins Herz, daß ich gleich einen Winkel suchte, u. mit vielen Thränen den Heiland bat, sich doch um seines Blutes willen meiner zu erbarmen, u. mir alles zu vergeben. Er schenkte mir einen neuen Anblick seiner Gnade, u. ich fühlte Sein Vergeben. Im May 1756 gelangte ich zum Genuß des heiligen Abendmahls, zum wahren Segen für mein Herz. Von 1758 bis 64 war ich
: Gemein-Nachrichten - Beylagen I-IV 1788,5. , Herrnhut 1788, Seite 715. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:GN.A.250_Gemein-Nachrichten_1788,5.pdf/721&oldid=- (Version vom 20.8.2025)